• Helene Moll

Das totale Glück


"Flow" bezeichnet das komplette Eingenommensein und totale Aufgehen in einer Tätigkeit. Zeit und Ort spielen keine Rolle mehr, man wird eins mit seinem Tun, was als zutiefst beglückend empfunden wird. Gedanken an Zukunft oder Vergangenheit sind für die Dauer des "Glücksrausches" ausgesetzt (wie schön! Das gelingt uns nur allzu selten). 


Ich hatte kürzlich so ein Erlebnis, allerdings ganz ohne dabei einer beglückenden Tätigkeit nachzugehen. Es war dieser Moment, als ich mit meinem einjährigen Sohn morgens am menschenleeren Strand war. Ich stand am Saum des Wassers, während ich Naru einfach beobachtete. Wie er nackt und barfüßig, freudig lachend abgewechselt mit Ausdrücken ernsthafter Überlegung und Anstrengung, häufchenweise den nassen Sand mit seinen kleinen Händchen aufsammelte, immer eine Hand voll, dann damit zum Wasser spazierte oder vielmehr torkelte, und den Inhalt aus seiner Hand in die Gischt entleerte. Dann wieder zurück gewatschelt, Sand aufgesammelt, sich aufgerichtet, kurz gekuckt (vielleicht auch mal zu Mama, ob sie es denn auch sieht), losgerannt und zack, wieder ein Häufchen Sand ins Wasser! Immer und immer wieder das gleiche Spiel. Ich weiß nicht, wie viele zig Male er es schon gemacht hatte, als ich mich dabei erwischte, wie ich mit breitem Grinsen und einem unsagbaren Glücksgefühl da stand und mir einfach nur dachte: "Das ist das totale Glück!". Es war kein Gedanke, sondern ein so tiefgehendes Gefühl und eine Klarheit. DAS hier, das ist es, das ist Glück! Hier stehen, in der Freude meines Kindes aufgehen und mich dabei selbst, die Zeit und alles andere um mich herum vergessen. Ich tauchte zurück ein in das Gefühl des einfach Da-Seins, ich wollte gar nicht anfangen zu denken oder darüber zu philosophieren. Es fiel mir leicht, indem ich all meine Aufmerksamkeit wieder auf Naru richtete, der so voll Stolz und Freude ganz versunken weiter seine "Arbeit" verrichtete. Er hatte bei all dem Schaufeln, Laufen und Werfen sicherlich keine Zeit, auch nur einen einzigen Gedanken an etwas anderes zu verschwenden:) Er war definitiv voll im Flow. Und ich war es auch. Da wurde mir klar, dass Flow in gewisser Weise übertragen werden kann. Und ganz besonders gut können wir das von unseren Kindern lernen, weil sie noch nicht nachdenken und getrieben sind, sondern wirklich bei dem sind, was sie gerade tun. Für mich als Mutter ist es das höchste Glücksgefühl, in diese Welt meines Kindes einzutauchen. Wir sollten uns als Eltern so oft es geht, die Zeit nehmen (oder den scheinbaren Luxus leisten), die Welt um uns herum egal werden zu lassen (To Dos, den Haushalt, die Wäsche, die Arbeit) und wirklich, WIRKLICH bei unseren Kindern sein. Nichts tun, ihnen einfach nur folgen, sich einlassen auf sie und den Moment. Das sind meiner Meinung nach die größten Glücksmomente, die wir erleben können. 

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